In ihrer Studie teilten sie 60 gesunde Probanden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen ein. Bei beiden Gruppen wurden die Punkte Dumai 24 sowie Magen 8 am Kopf genadelt. Während Gruppe 1 eine Scheinelektrostimulation an diesen Akupunkturpunkten erhielt, wurde Gruppe 2 an den gleichen Punkten mit echter Elektrostimulation behandelt. Nach der Behandlung wurde die Hirnstätigkeit über Magnetresonanztomographie untersucht, um die Veränderungen der funktionellen Wechselwirkung im Gehirnnetzwerk zu bewerten. Die Ergebnisse identifizierten sechs Gehirnnetzwerke, die eine deutliche Erhöhung zeigten. Dies in der Gruppe, die mit echter Elektroakupunktur stimuliert wurden. Verbesserte Gehirntätigkeiten zeigten sich demnach in Bereichen der Koordination von Wahrnehmung, Lernen und Denken sowie in der Sensomotorik und Aufmerksamkeit.
Der japanische Arzt Dr. Toshikatsu Yamamoto entwickelte ein eigenständiges Therapieverfahren, das sich von der traditionellen chinesischen Akupunktur unterscheidet. Er lokalisierte am Schädel Zonen, die mit anatomischen Strukturen des Bewegungsapparates, mit inneren Organen und mit Sinnesorganen korrespondieren. Die Yamamoto Akupunktur wird als sogenannte Somatotop-Akupunktur bezeichnet, bei der der gesamte Körper auf kleinem Raum abgebildet wird. Ein Mikrosystem im Sinne von Reflexzonen am Schädel, ähnlich wie bei der bekannten Ohrakupunktur nach Nogier oder der Handakupunktur. Wie auch bei der chinesischen Schädelakupunktur bedient sich Yamamotos Schädelakupunktur der Zungen- und Pulsdiagnose. Ausserdem werden Reflexzonen an der Bauchdecke zur Befunderhebung herangezogen.
Die Indikation für eine Yamamoto Akupunktur ist vielfältig. Sie lassen sich in vier Hauptgruppen einteilen:
- Beschwerden am Bewegungsapparat (z.B. Nackenschmerzen, Hüftschmerzen, Knieschmerzen, Ischiasschmerzen)
- Neurologische Beschwerden und Störungen des Nervensystems (z.B. Migräne, Schwindel, Schlafstörungen, Parkinson, Multiple Sklerose)
- Beschwerden an den Sinnesorganen (z.B. Bindehautentzündung oder verminderte Sehkraft, den Mund und Nasenraum betreffende Erkrankungen wie Sinusitis, Rhinitis, Geruchssinnverlust sowie Beschwerden im Ohr wie Tinnitus, Mittelohrentzündung und Hörverlust)
- Erkrankungen der inneren Organe (z.B. Verdauungsprobleme wie Verstopfung und Durchfall, Herzbeschwerden wie Angina pectoris, Lungenbeschwerden in Form von Atemnot, Bronchitis, COPD oder auch Nierenfunktionsstörungen)
Da die meisten Yamamoto-Punkte sehr klein sind und die menschlichen Kopfformen verschieden ausfallen, müssen die entsprechenden Punkte sehr genau getroffen werden, um ihre Wirkung zu entfalten. Hier arbeitet der Therapeut mit der Rückmeldung des Patienten, indem er Druck auf die ungefähre Lage des Punktes gibt. Der Patient gibt an, welcher Punkt am Kopf am empfindlichsten ist. Dieser wird dann mit sehr feinen Nadeln akupunktiert. Meist sind die Punkte allerdings bereits durch Betasten des Kopfes spürbar, da sie bei vorhandenen Störungen im entsprechenden Bereich leicht verändert sind. Es lassen sich beispielsweise kleine Knoten, winzige Dellen oder Verhärtungen ertasten. An diesen Stellen werden die Nadeln appliziert. Die Punkte liegen entweder an der vorderen natürlichen Haarlinie oder auch auf dem Kopf, der Stirn oder vor beziehungsweise hinter und über dem Ohr.
Leiden Sie unter einer oder mehreren der oben aufgezählten Beschwerden? Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin mit uns, um die Therapiemöglichkeiten zu besprechen. Wir sind gerne für Sie da.
Quelle:
Yamamoto Neue Schädelakupunktur von Toshikatsu Yamamoto 2. Auflage
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36427258
A true response of the brain network during electroacupuncture stimulation at scalp acupoints: An fMRI with simultaneous EAS study. Brain Behav. 2023 Jan;13(1):e2829.