Unser ganzes Leben lang werden wir immer wieder mit der Herausforderung des Loslassens konfrontiert. Ob es die eigenen Vorstellungen sind, wie sich unser Leben entwickeln soll, die Ideen, was aus unseren Kindern werden soll, die Erwartungshaltung an die eigene berufliche Entwicklung. Wir haben viele geplante Wege im Kopf. Und dennoch kommt es häufig völlig anders. Das Leben zeigt uns, was es wirklich von uns will. Manchmal hat man gar den Eindruck, dass wir uns den Lektionen des Lebens nicht entziehen könne. Geschweige denn selbst aussuchen. Warum nur fällt es uns häufig so schwer, von jenem Gedankengut loszulassen, von dem wir der Meinung sind, dass es uns zusteht, dass es richtig für uns ist oder dass es uns zum Glücklichsein verhilft?
Im Idealfall ist das Loslassen ein bewusster Prozess. Ein Prozess, in dem wir uns von Dingen trennen, die uns belasten oder behindern. Aus vergangenen Beziehungen oder Erlebnissen bleiben oftmals Gedanken und Emotionen hängen, die negativ behaftet sind: Wut, Groll, Trauer, Scham, Schuld. Diese rauben uns Energie und schwächen unser körperliches System. Loslassen bedeutet, die Realität so zu akzeptieren, wie sie ist. Anzunehmen, was geschehen ist. Zu vergeben. Uns und anderen. Vergeben hilft, zum inneren Frieden zu gelangen.
Um loszulassen ist es oftmals hilfreich, eine andere Perspektive einzunehmen und die Situation neu zu betrachten. Familiäre Prägungen, einschränkende Überzeugungen oder alte Glaubenssätze brauchen oftmals eine Neubetrachtung und Neuausrichtung. Es geht darum, selbstbestimmt die Verantwortung für das eigene Denken und Handeln zu übernehmen. Welche Gedanken denke ich? Wie reagiere ich darauf? Stimmen meine Gedanken mit der Realität überein oder verstecken sich alte Denkstrukturen und Glaubenssätze dahinter. Wenn wir Verantwortung für unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen übernehmen, können wir uns frei machen von der prägenden Vergangenheit. So können wir neutral, beweglich und unvoreingenommen auf Situationen und Ereignisse reagieren.
Doch besonders im materiellen Bereich kann Loslassen zur Mutprobe werden. Wenn wir ehrlich sind, könnten wir zugeben, dass all die ungenutzten Dinge, die im Keller verstauben und auf dem Dachboden ungesehen verschwinden wenig emotionale Bedeutung hat. Loslassen von all der ungenutzen und unbeachteten Materie bedeutet, sich von Ballast zu befreien, der letztlich nicht nur im Aussen, sondern auch im Inneren spürbar wird. Wenn es um uns herum leerer, ordentlicher und klarer wird, so kann sich dies im Inneren widerspiegeln. Vielleicht kann sogar der langgehegte Wunsch, endlich ein paar Kilos loszuwerden mit dem Aufräumen des Kellers endlich sichtbar werden. Denn wie die alten hermetischen Gesetze schon sagen: Wie Aussen, so Innen.
Letztendlich ist das Loslassen ein natürlicher Teil unseres Daseins. Die verschiedenen Lebensphasen gehören zu uns, wie sie auch zur Natur gehören. Die Jahresszeiten zeigen wie es geht. Loslassen gehört zum Herbst und Winter. Bäume verlieren ihre Blätter, Pflanzen ziehen sich zurück. Dies in vollem Vertrauen, dass irgendwo ein neuer Frühling darauf wartet, sich mit neuer Energie und neuem Gewand zu zeigen.
Sicher ist es eine unserer grössten Herausforderungen, mit Krankheit und Tod konfrontiert zu werden. Um einen geliebten Menschen gehen zu lassen oder dem eigenen Tod furchtlos in die Augen schauen zu können, bedarf es einer gehörige Menge Vertrauen und Mut. Wir kommen unserer eigenen Vergänglichkeit näher. Die materielle Hülle vergeht, der Geist bleibt. In seinem Buch „No death, no fear“ schreibt der bekannte Buddhist und Mönch Thich Nhát Hanh wie man den Tod versteht und aufhört, das Leben zu fürchten. Hierzu sieht er die Achtsamkeit als hilfreiche Unterstützung. Schaffen wir es, in jedem Moment geistig präsent zu sein, können wir voll und ganz in der Gegenwart leben. Dies ist ohne Zweifel eine grosse Herausforderung in unserer schnelllebigen Gesellschaft.
Aus Sicht der TCM gehört zum Thema Loslassen der Dickdarm-Meridian. Die Funktion des Dickdarms beinhaltet rhythmische Kontraktion und Ausscheiden von unbrauchbaren Stoffen. Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Loslassen haben, berichten oftmals auch von Schwierigkeiten beim Stuhlgang in Form von Verstopfung oder schafskotartige Ausscheidungen. Ein gesunder Dickdarm ist beweglich und kann seiner Ausscheidungsfunktion ungehindert nachkommen. So finden wir parallel bei Menschen mit Verstopfung auch schwere Gedankengänge, festgefahrene Meinungen und ein unbewegliches Wesen.
Körperliche Bewegung in Form von Sport, Tanzen oder Atemübungen helfen. Hierbei werden wertvolle Endorphine freigesetzt, die unser Wohlbefinden steigern und Glücksgefühle hervorrufen. Auch kreative Ausdrucksformen wie Singen, Malen oder Schreiben helfen dabei, schwer zugängliche Emotionen auszudrücken und emotionale Blockaden zu lösen. In der Akupunktur-Therapie gibt es wertvolle Punkte, die Blockaden auf der Ebene des Loslassens lösen und dem Patienten zur Klarheit verhelfen. Wir unterstützen Sie gerne bei der Befreiung von Ballast auf körperlicher und geistiger Ebene mit unserem Wissen. Aufräumen und Entrümpeln unterstützt das Loslassen und schützt vor Überlastung. Wir sind für Sie da in Gesprächen, Tuina- und Akupunktur-Behandlungen und mit jahrelang erprobten Rezepturen aus der TCM.