Jedes Jahr 33´000 neue Demenzkranke - Kann die TCM unterstützen?

Hochbetagt und weiblich – diese Patientengruppe wird am häufigsten mit Demenz diagnostiziert. 153´000 Menschen leben in der Schweiz mit dieser Erkrankung, die als Überbegriff für Hirnleistungsstörungen steht. Ca. 60% der Demenzerkrankungen betrifft die Alzheimer-Demenz, die durch degenerative Hirnveränderungen verursacht wird.

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Scrabble-Buchstaben formen das Wort Demenz auf einem Tisch neben einem umgekippten Becher.

Die Funktion des Gehirns ist bei Demenz beeinträchtigt. Besonders die kognitiven Fähigkeiten nehmen ab. Hierzu zählen Gedächtnisstörungen, bei der betroffene Personen Mühe haben, sich Namen oder neue Informationen zu merken. Oder sie vergessen Verabredungen. Auch die Sprache und Kommunikationsfähigkeit ist betroffen. Patienten haben Mühe, das richtige Wort zu finden oder einem Gespräch zu folgen. Sie verwechseln Wörter, verwenden sie falsch oder sprechen Sätze nicht zu Ende. Auch Erinnerungsvermögen und Orientierung nehmen ab. Patienten bringen Tageszeiten durcheinander, können sich nicht erinnern, wann sie geboren wurden oder ob sie schon gefrühstückt haben. Sie zeigen zunehmende Verwirrung mit vertrauten Personen, erkennen sie nicht oder verwechseln sie. Auch Gegenstände werden falsch eingesetzt, beispielsweise wird ein Kochlöffel zum Haare bürsten verwendet. Die selbständige und aktive Lebensführung ist bei diesen Personen stark eingeschränkt. Sie benötigen bei Routinearbeiten wie Schuhe binden oder beim Bedienen des Backofens fremde Hilfe. Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit sorgen dafür, dass sie sich aus dem sozialen Leben zurückziehen. 

Eine interessante Studie zu diesem Thema

Eine Gruppe von Forschern widmete sich der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen kognitivem Rückgang und Störungen der Darmflora gibt. Zahlreiche klinische Studien wiesen bereits nach, dass Akupunktur bei der Behandlung von Darmstörungen vorteilhaft sein kann. Denn Akupunktur hat eine entzündungshemmende Wirkung, reguliert die Zellkommunikation, reduziert Ablagerungen im Gehirn und verbessert die Lern- und Gedächtnisfähigkeit. 

Ziel der Forschung war es, die Wirkung der Elektroakupunktur auf die Darmflora zu untersuchen. Die Studie wurde mit 60 Teilnehmern durchgeführt, die zischen 55 bis 75 Jahre alt waren und alle unter Demenz litten. Die Hälfte von ihnen wurde der Gruppe mit Elektroakupunktur zugeordnet, die andere Hälfte der Gruppe mit Scheinakupunktur. Den Teilnehmern wurde zu Beginn und zum Ende der 12-wöchigen Studie jeweils Stuhlproben entnommen, um eine mikrobielle Analyse vorzunehmen. 

Die Gruppe mit der Elektroakupunktur wurde über 12 Wochen an den Punkten Dumai 20 und 24 mit Strom behandelt und zusätzlich an Akupunkturpunkten ohne Strom wie Magen 36, Dumai 16, Blase 15, Blase 45, Gallenblase 20, Renmai 17, Renmai 12, Ren 6, Perikard 6, Herz 5, Milz 10, Niere 6. Für die Gruppe der Scheinakupunktur wurden 12 Punkte verwenden, die abseits von herkömmlichen Akupunkturpunkten oder Meridianen appliziert wurden. 

Das Ergebnis nach der 12-wöchigen Behandlung zeigte, dass sich die Anzahl der Escherichia-Shigella in der Gruppe der Elektroakupunktur verringert hatte. Diese Bakterien werden mit Durchfallerkrankungen und Darmentzündungen in Zusammenhang gebracht. Der Gehalt an nützlichen Bakterien wie Ruminococcus, Collinsella, Bacteroides, Bifidobacterium und Agathobacter war nach der Behandlung erhöht. Es ist bekannt, dass die Darmflora einen tiefgreifenden Einfluss auf die neuroinflammatorische und kognitive Alterung haben kann. Derzeit gibt es nur wenige Berichte darüber, ob Akupunktur den kognitiven Rückgang bzw. Verfall verbessern und Entzündungsreaktionen reduzieren kann, indem sie die Darmflora reguliert. Doch dieses Studienergebnis lässt die Annahme zu, dass Akupunktur bei der Regulierung der Darmflora unterstützt und den Abbau der kognitiven Fähigkeiten verzögert. 

Kann eine angepasste Ernährung die Gehirnleistung unterstützen?

Grundsätzlich sorgt ausgewogene Vollwertkost nicht nur für eine gesunde Darmflora, sondern auch für gute Laune. Mit einem Speiseplan, der reich an langkettigen Kohlenhydraten, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und wertvollen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen ist, unterstützen Sie Ihre Hirnleistung. Nerven und Gedächtnis profitieren von Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in Chiasamen, Leinsamen und Nüssen vorkommen. Nüsse haben noch weitere Vorteile: Eiweiss, B-Vitamine, Magnesium und Cholin steigern die Konzentration, schalten Unruhezustände ab und gleichen Stresszustände aus. Avocados gelten als wahre Powerfrüchte, dank ihres Reichtums an den Vitaminen B1, B6 und E, an Kalium, Magnesium, Eisen, Folsäure, Kupfer und Lecithin. Auch wenn die Frucht zu 30 % aus Fett besteht, wirken sich diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren positiv aus. Sie machen satt, sind leicht verdaulich und liefern viel Energie. Sie fördern die Konzentration und das Reaktionsvermögen und beeinflussen Blutzuckerspiegel und Cholesterin positiv. 

Vollkorngetreide (wie beispielsweise Haferflocken) enthält die essenzielle Aminosäure Tryptophan, aus dem unser Gehirn das «Glückshormon» Serotonin bildet. Ein Vollkornmüsli am Morgen mit Nüssen und Beeren ist daher bestens als Brain Booster geeignet. Beeren sind zudem wertvolle Lieferanten für Vitamin C, das dem Immunsystem und Nervenkostüm dienlich ist. Es hemmt die Freisetzung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Magnesium, Folsäure, Vitamin E und Zink garantieren zudem gute Laune.

Aber auch grünes Gemüse ist wahres Brain Food. Pak Choi, Brokkoli, Lauch, Mangold, Spinat, Kräuter haben viel Eisen, Chlorophyll, Beta-Carotin, Vitamin C und E. Indem sie als Fänger von freien Radikalen fungieren, schützen sie zudem das Gehirn und stimulieren es gleichzeitig. Zusammen mit langkettigen Kohlenhydraten verzehrt, wie beispielsweise Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte, halten sie zusätzlich den Blutzucker konstant. 

In unserer Praxis versuchen wir, Demenz mit Akupunktur und Kräutertherapie vorzubeugen. Hauptsächlich geht es bei Patienten mit kognitiven Einschränkungen darum, die Lebensenergie der Nieren zu stärken, den Geist zu klären und die körpereigene Mitte (das Verdauungssystem) ins Gleichgewicht zu bringen. Oft kommen auch Supplemente mit Mineralien und Spurenelementen zum Einsatz, die wir je nach Beschwerdebild verordnen. Gingko und Gingseng werden beispielsweise traditionell eingesetzt, um die Gedächtnisleistung zu verbessern, psychische Probleme zu lindern und den Stoffwechsel zu aktivieren. Schauen Sie doch mal vorbei, wir nehmen uns Zeit für Sie!

Quellennachweis

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9276146

Effect of acupuncture on gut microbiota in participants with subjective cognitive decline - PMC (nih.gov)