Babysanft durch die Schwangerschaft

Die Begleitung mit traditioneller chinesischer Medizin durch die verschiedenen Phasen einer Schwangerschaft hat sich bewährt. Nicht nur Beschwerden wie Übelkeit, Stimmungsschwankungen und Rückenschmerzen können gelindert werden. Auch bei Geburtsvorbereitung und -einleitung hilft die Akupunktur, Wehenzeiten zu verkürzen und medizinische Interventionen zu vermindern.

Weiterlesen
Schwangere Frau steht in einem Feld bei Sonnenuntergang und hält ihren Babybauch.

Übelkeit und Erbrechen während des ersten Trimesters der Schwangerschaft ist berühmt und besonders berüchtigt. Meist tritt das Duo am Morgen auf. Die gute Nachricht: Die Beschwerden lassen sich mit kleinen Tricks abmildern. Beginnen Sie beispielsweise noch vor dem Aufstehen mit einem kleinen Snack, den Sie auf dem Nachttisch bereitlegen (z.B. Cracker oder Zwieback). Da aus Sicht der TCM die Verdauungsorgane unsere Mitte darstellen, sorgen sie für Stabilität und Gleichgewicht auf körperlicher und geistiger Ebene. Die Empfehlung lautet daher: Frühstücken Sie regelmässig und nehmen Sie häufig kleine und leichte Portionen zu sich. Wählen Sie am besten warme und gekochte Speisen, da diese bekömmlicher sind als Rohkost. Verwenden Sie bei der Zubereitung reichlich Gemüse, Getreide und frische Kräuter. Bewährt hat sich auch eine Teezubereitung aus frischem Ingwer, den Sie in kleinen Schlucken zu sich nehmen. Wenn all diese Hausmittel nicht ausreichen, bietet die Akupunktur eine sichere und sanfte Unterstützung. Wir verwenden in unseren Therapiesitzungen mit werdenden Müttern sehr feine Nadeln, die nahezu schmerzfrei appliziert werden. Auch Dauernadeln kommen zum Einsatz. Sie werden an ausgewählten Körperstellen mit einem Pflaster fixiert und sorgen mit winzig kleinen Nadelspitzen für dauerhafte Stimulation, die den Patientinnen zwischen den Behandlungen Linderung verschafft. 

Häufig treten während der ersten drei Schwangerschaftsmonaten Beschwerden wie Verstopfung, Sodbrennen und Blähungen auf. Auch Stimmungsschwankungen und Müdigkeit sind durch die hormonelle Umstellung im Körper der Frau nicht selten. Hier empfiehlt es sich, die Ernährung anzupassen und eisgekühlte, kohlensäurehaltige Getränke, Kuhmilchprodukte, Zucker, Weissmehlprodukte und Rohkost zu reduzieren oder besser ganz wegzulassen. Wir haben eine Reihe von Tipps und Ratschlägen in einer kleinen Broschüre zusammengefasst, um werdenden Müttern eine sanfte Anleitung zu geben. Diese können Sie bei uns in der Praxis zu einem Unkostenbeitrag von 3.- SFR beziehen. Ergänzend begleiten wir Sie in unseren Therapien mit stimmungsaufhellenden und energiebringenden Akupunkturpunkten, mit Tuina-Massagen und bei Bedarf einer unterstützenden Kräuterrezeptur, die wir individuell für Sie zusammenstellen.

Während der fortgeschrittenen Schwangerschaft kommen im zweiten, manchmal auch erst im dritten Trimester Beschwerden am Bewegungsapparat hinzu. Wadenkrämpfe, Rückenschmerzen und Wassereinlagerungen sorgen zusammen mit dem störenden Bauch für Schlafstörungen und körperliches Unwohlsein. Besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Kreuzbeins und des Beckens dehnen sich Bänder und Sehnen und sind dadurch stark beansprucht. Fällt die Schwangerschaft auf die Sommermonate, ist das Gewebe durch die hitzebedingte Schwellung zusätzlich strapaziert. Wassereinlagerungen drücken auf innere Strukturen und sorgen für schmerzende Glieder und Gelenke. Die TCM kann mithilfe von Teemischungen und Akupunkturpunkten den Körper dazu anregen, überschüssiges Wasser auszuscheiden. Für die Schmerzen eignet sich eine wohltuende Tuina-Massage mit manuellen Druck- und Streichtechniken bestens. Aus unserer Erfahrung können wir sagen: Akupunktur in Kombination mit manuellen Therapien ist ein äusserst wirksames Duo!

Gegen Ende der Schwangerschaft sollte das Kind die korrekte Geburtsposition eingenommen haben. Ist dies nicht der Fall und das Baby befindet sich noch in der sogenannten Beckenendlage (Steisslage), haben wir die Möglichkeit, unter Zuhilfenahme der Moxa-Therapie das Ungeborene sanft zur Drehung zu bewegen. Hierzu verwenden wir Wärme-Sticks, die aus getrocknetem Beifusskraut hergestellt werden. Diese werden an Akupunkturpunkten am kleinen Zeh, am Unterschenkel oder am Innenknöchel im Abstand von ca. 1 cm von der Hautoberfläche angewendet. Idealerweise erfolgt diese Behandlung zwischen der 32. und 35. Schwangerschaftswoche. Ab der 36. Schwangerschaftswoche begleiten wir mithilfe von Akupunktur die Geburtsvorbereitung. Eine wöchentliche Behandlung der schwangeren Frau mit bewährten Akupunkturpunkten hat in Studien gezeigt, dass sich die Eröffnungsphase der Geburt verkürzt und die Geburt einfacher bzw. schmerzfreier abläuft. Ist der errechnete Geburtstermin überschritten, aber das Baby lässt noch auf sich warten, „droht“ häufig eine medizinische Intervention durch medikamentöse Geburtseinleitungsmassnahmen. Auch hier bietet die Akupunktur eine sanfte Alternative zur Schulmedizin. Mit sehr bewegenden und stimulierenden Punkten wenden wir im Bereich des Kreuz- und Darmbeins Elektroakupunktur an, um die Weheneinleitung auf natürlichem Wege zu unterstützen. 

Wussten Sie, dass die TCM auch bei Kinderwunsch helfen kann? Wir beraten Sie gerne in unserer Praxis dazu.